Jetzt, wo mancher Konkurrent schwächelt, will Volkswagen erst recht Ingenieure einstellen. "Auch in der letzten Krisenphase haben wir konsequent auf Forschung und Entwicklung (FuE) gesetzt und hier investiert, um beim folgenden Aufschwung mit neuen Modellen zu punkten", berichtet Wolfgang Steiger, Leiter Antriebe der VW-Konzernforschung. Azyklisches Handeln zahle sich gerade im FuE-Bereich aus.
Steiger sieht trotz Absatzkrise weiterhin gute Aussichten für junge Ingenieure. Denn die Autoindustrie hat alle Hände voll zu tun. "Auch wenn es die Controller nicht gerne hören, wir müssen uns gerade im Antriebsbereich alle Optionen offenhalten", sagt er. So kommt es zur Parallelentwicklung von Mild-, Full-, seriellen Hybriden oder Brennstoffzellen- und batteriebetriebenen Elektroautos. Zusätzlich sind effizientere und emissionsärmere Verbrennungsmotoren für Benzin, Diesel, Erdgas, hochprozentige Bioethanolgemische (E-85) gefragt. Außerdem arbeiten die Forscher an einer neuen Motorgeneration, in der Otto- und Dieselmotor zusammenwachsen.
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Die Botschaft für Forscher und Entwickler ist klar: Die Krise läuft an ihnen vorbei. Spannender ist die Frage, wie es in Vertrieb und Handel weitergeht. Der stockende Absatz trifft die 20 000 Autohändler im Lande und viele kleine Zulieferer hart. Dennoch warnt sie das Frankfurter Beratungsunternehmen b-k-p Consulting davor, nur mit Stellenabbau und Produktionsstopps zu reagieren. "Die Erfahrungen zeigen: Durch eine Verbindung aus kontinuierlichen Verbesserungsprozessen, Vertriebsoptimierung und Kostensenkung kann die Produktivität um 15 % bis 20 % steigen", so die Berater. Der Hebel dazu liege gerade auf der Vertriebsseite, wo mancher Mittelständler bisher schwach aufgestellt sei. Stellenabbau wegen kurzfristig schlechter Zahlen hält Thomas Kremer, Chef der Beratung, für einen strategischen Fehler. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung müssten Firmen ihre Mitarbeiter langfristig binden und sich mit ihnen weiterentwickeln - auch in Krisenzeiten.
PETER TRECHOW
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