In produzierenden Unternehmen entscheidet die Wertschöpfung maßgeblich über Wettbewerbsfähigkeit, Profitabilität und langfristigen Unternehmenserfolg.
Doch was genau bedeutet Wertschöpfung? Welche Tätigkeiten schaffen tatsächlich Mehrwert für den Kunden? Und wie können Unternehmen ihre Wertschöpfung gezielt erhöhen?
In diesem Artikel erfahren Sie:
Wertschöpfung bezeichnet den Mehrwert, den ein Unternehmen durch seine Tätigkeiten schafft.
Ein Unternehmen kauft Materialien, Komponenten oder externe Dienstleistungen als Vorleistung ein und verwandelt diese durch Arbeit, Know-how, Maschinen und Prozesse in ein Produkt oder eine Dienstleistung mit höherem Wert.
Wertschöpfung ist die Differenz zwischen dem Wert eines verkauften Produkts und den dafür eingesetzten Vorleistungen.
Die Wertschöpfung zeigt, welchen tatsächlichen Beitrag ein Unternehmen selbst zur Entstehung eines Produkts oder einer Dienstleistung leistet.
Eine hohe Wertschöpfung bedeutet:
Insbesondere für produzierende Unternehmen ist die Steigerung der Wertschöpfung einer der wichtigsten Hebel zur Ergebnisverbesserung.
In der Produktion entsteht Wertschöpfung immer dann, wenn ein Produkt einen Zustand erreicht, für den der Kunde bereit ist zu bezahlen.
Beispiel:
Ein Unternehmen kauft Stahlteile für 1.000 €.
Durch:
entsteht ein fertiges Produkt mit einem Verkaufswert von 4.000 €.
Der zusätzliche Wert ist die Wertschöpfung.
Eine Tätigkeit gilt als wertschöpfend, wenn sie:
✔ das Produkt verändert
✔ den Kundennutzen erhöht
✔ vom Kunden bezahlt wird
Typische wertschöpfende Tätigkeiten:
In vielen Unternehmen besteht ein großer Teil der Arbeitszeit aus Aktivitäten, die keinen Kundennutzen schaffen.
Beispiele:
Diese Tätigkeiten verursachen Kosten, erhöhen jedoch nicht die Wertschöpfung.
Im Lean Management steht die Maximierung der Wertschöpfung im Mittelpunkt.
Die zentrale Frage lautet:
Wofür ist der Kunde bereit zu bezahlen?
Alle anderen Tätigkeiten sollten reduziert oder eliminiert werden.
Deshalb konzentrieren sich Lean-Unternehmen auf:
Die klassische Formel lautet:
Dabei gilt:
Der Produktionswert umfasst:
Vorleistungen sind:
Ein Maschinenbauunternehmen erzielt einen Produktionswert von 10 Mio. €.
Vorleistungen:
Gesamtvorleistungen:
5,5 Mio. €
Berechnung:
10 Mio. € − 5,5 Mio. € = 4,5 Mio. €
Die Wertschöpfung beträgt 4,5 Mio. €.
Die Bruttowertschöpfung beschreibt den geschaffenen Mehrwert vor Berücksichtigung der Abschreibung.
Bruttowertschöpfung = Produktionswert − Vorleistungen
Die Nettowertschöpfung berücksichtigt zusätzlich die Abschreibung auf Maschinen, Anlagen und Gebäude.
Nettowertschöpfung = Bruttowertschöpfung − Abschreibung
| Position | Betrag |
|---|---|
| Produktionswert | 10 Mio. € |
| Vorleistungen | 5,5 Mio. € |
| Bruttowertschöpfung | 4,5 Mio. € |
| Abschreibung | 0,8 Mio. € |
| Nettowertschöpfung | 3,7 Mio. € |
Die Wertschöpfungskette umfasst alle Aktivitäten, die notwendig sind, um aus einer Kundenanforderung ein marktfähiges Produkt zu erzeugen.
Typische Stationen einer Wertschöpfungskette:
Jede dieser Stufen trägt zur Wertschöpfung bei.
Mehr zur Wertschöpfungskette erfahren >
Viele mittelständische Unternehmen verfügen über mehrere Wertschöpfungsketten:
Die Analyse dieser Wertschöpfungsketten zeigt häufig erhebliche Verbesserungspotenziale.
Vorleistung:
Wertschöpfung:
Vorleistung:
Wertschöpfung:
Vorleistung:
Wertschöpfung:
Vorleistung:
Wertschöpfung:
Wertschöpfung entsteht nicht für das Unternehmen selbst, sondern für den Kunden.
Kunden profitieren von:
Je größer der Nutzen für den Kunden, desto höher die Wertschöpfung.
Viele Unternehmen achten zunehmend auf regionale Wertschöpfung.
Durch lokale Lieferanten und Partner bleiben Einkommen, Arbeitsplätze und Investitionen in der Region.
Dadurch profitieren:
Auch aus volkswirtschaftlicher Sicht spielt die Wertschöpfung eine zentrale Rolle.
Die Summe aller Bruttowertschöpfungen bildet die Grundlage für das Bruttoinlandsprodukt (BIP).
Deshalb gilt die Wertschöpfung als einer der wichtigsten Indikatoren für die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft.
Viele Unternehmen versuchen Gewinne über höhere Preise zu erzielen.
Nachhaltiger ist jedoch die Erhöhung der eigenen Wertschöpfung.
Unternehmen mit hoher Wertschöpfung erreichen:
Genau deshalb stehen Wertstromanalyse, Prozessoptimierung und Lean Management bei erfolgreichen KMU im Mittelpunkt.
Wertschöpfung beschreibt den Mehrwert, den Unternehmen durch ihre Prozesse, Mitarbeitenden, Technologien und ihr Know-how schaffen. Besonders in produzierenden Unternehmen entscheidet die Höhe der Wertschöpfung über Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität.
Wer seine Wertschöpfungskette versteht, Verschwendung reduziert und wertschöpfende Tätigkeiten konsequent stärkt, verbessert nicht nur seine Kennzahlen, sondern schafft gleichzeitig einen höheren Nutzen für seine Kunden. Für den Mittelstand ist die systematische Optimierung der Wertschöpfung deshalb einer der wirkungsvollsten Hebel für nachhaltiges Wachstum und langfristigen Unternehmenserfolg.